„Hesmats Flucht“ – eine spannende Lesung am „Langen Tag der Flucht

„Sie lagen bereits vier Stunden in dem Loch, als er irgendwann aufgehört hatte zu atmen. Hesmat war zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um zu begreifen, dass sein Freund starb. Er bekam selbst kaum Luft, die Mittagshitze war schon im Abteil unerträglich gewesen, und in diesem Loch kochte die wenige Luft, die ihnen blieb.

Fahid hatte geweint. Dann war er müde und ruhig geworden. Hesmat hatte mit den Füßen geschlagen, sich aber nur die Haut von seinen Knien und Ellbogen gerieben. Es war zu wenig Platz, um zu schlagen. Zu heiß, um zu schreien.“ Passagen wie diese haben die Klasse 3E9 bei der Lesung „Hesmats Flucht“ in ihren Bann gezogen.

Der österreichische Journalist Wolfgang Böhmer stellte im Rahmen der Veranstaltungen zum „Langen Tag der Flucht“ am 30. September das Buch „Hesmats Flucht“ vor. Dieses wurde im Jahr 2008 veröffentlicht und erzählt die Geschichte eines damals 12jährigen afghanischen Jungen, der alleine aus seinem Heimatland nach Österreich flüchtete. Spannend berichtete der Autor von seinen Gesprächen mit Hesmat und auch seinen eigenen Reisen nach Afghanistan.

Stimmen zur Veranstaltung: „Besonders gefallen hat mir, dass der Journalist sich Zeit genommen hat und sich um Hesmat gekümmert hat.“ „Man hat gesehen, dass das Leben nicht nur lustig ist und wie hart es ist zu flüchten.“ „Diese Fluchtgeschichte ist ähnlich wie viele andere Fluchtgeschichten.“, sagt Javad, der selbst aus Afghanistan alleine geflüchtet ist.

Wolfgang Böhmer erzählte im Zuge der Lesung auch von seinen Arbeiten in anderen Krisengebieten. Als Radiojournalist war er kurz nach dem Tsunami in Thailand tätig und auch nach den Anschlägen auf das World Trade Center verbrachte er einige Zeit in den USA. Der Schüler Abdurrahman Bayraktar fasste die Lesung mit folgenden Sätzen zusammen: „Mir hat am besten gefallen, wie der Autor erzählt hat. Es war sehr abwechslungsreich und spannend. Er ist ein perfekter Geschichtenerzähler.“

Klasse 3E9